AR Biennale Düsseldorf: Digitale Smartphone Kunst

AR Biennale – Menschen posieren ohne Grund, andere Menschen fotografieren eine Wiese: Es ist Zeit für Düsseldorfs erste Augmented Reality Biennale!

Augmented Reality wird bereits in der Navigation und bei Spielen (Pokémon Go) eingesetzt, doch glaubt man Apple-CEO Tim Cook, ist das erst der Anfang. Das Unternehmen hat AR wiederholt als wichtige Technologie bezeichnet und könnte sogar AR-fähige Smart Glasses herausbringen. Die Idee ist, durch die Stadt zu laufen und nützliche Informationen direkt ins Blickfeld eingeblendet zu bekommen.

Aber AR kann auch für die Kunst genutzt werden und deshalb hat das NRW-Forum die erste AR-Biennale in Düsseldorf gestartet. Man lädt sich die App herunter, scannt die Schilder und schaut sich dann die Kunst an, die in der Kameraansicht entsteht. Die meisten Werke werden im Düsseldorfer Hofgarten und Ehrenhof ausgestellt.

Ein Spaziergang durch den Park

Der Ehrenhof liegt vor dem Museum für moderne Kunst NRW-Forum und der Hofgarten ist mit dem Ehrenhof verbunden. Beide befinden sich in der Nähe von Düsseldorfs Haupteinkaufsstraße, der Königsstraße. Zwei weitere Kunstwerke befinden sich in den Städten Essen und Köln.

Die App enthält eine statische Karte, die einen groben Überblick über den Standort der Kunstwerke gibt. Es gibt auch einen In-App-Kauf (4,99 Euro), um Zugang zu allen Werken zu erhalten. In jedem Fall müssen Sie die App (Android + iOS) verwenden, um die Kunstwerke zu sehen.

Die Kunst ist nicht gleichmäßig im Park verteilt. Die meisten AR-Kunstwerke befinden sich in dem Bereich des Hofgartens, der dem Ehrenhof am nächsten liegt. Dort braucht man die Karte fast nicht, weil man das nächste Schild leicht sehen kann.

Scan & Sehen

AR Biennale Scanning
Einige Kunstwerke müssen freigeschaltet werden
AR Biennale Hand
Damjanski
AR Biennale hand 2
Damjanski

Jedes Schild enthält einen Bereich zum Scannen und einen QR-Code mit einem Link zur App. Im Scannermodus siehst du auch einige Schaltflächen. Die wichtigste ist natürlich das Kamerasymbol, mit dem ein Foto gemacht wird. Da es sich um Augmented Reality handelt, kannst du dich vor die Kamera stellen, eine Pose einnehmen und andere Dinge tun.

Die App funktioniert sowohl im Hoch- als auch im Querformat. Nach dem Drücken der Kamerataste öffnet sich ein Fenster. AR Biennale teilt mit, dass es gerade einen Screenshot gespeichert hat. Ein Bildschirmfoto? Ja, das ist kein Übersetzungsfehler. Die Fotos, die auf meinem iPhone 12 gespeichert wurden, hatten eine Auflösung von 1170×2532 – die Standardgröße für Fotos ist 3024×4032. Die App unterstützt die Aufnahme von Videos nicht.

Es wäre ratsam, ein Gerät mit einem anderen Seitenverhältnis zu verwenden, etwa ein iPad. Wenigstens bekommt die App die Dateinamen richtig hin: Sie enthalten den Namen des Künstlers.

AR Biennale Kunst

Das erste Kunstwerk, das wir gefunden haben, stammt von Banz & Bowinkel. Es besteht aus einem animierten Ring, Kugeln und Würfeln. Andere AR-Kunstwerke werden an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Variationen gezeigt, wie zum Beispiel „Ballett am Rhein“. „Ballett am Rhein“ zeigt einen Balletttänzer, der einen Tanz mit visuellen Effekten ausführt. An manchen Orten funktioniert das besser als an anderen – manchmal schwebt sie einfach in der Luft.

Ballett
Ballett
AR Biennale ballett

Das zeigt, dass die Technologie noch nicht weit genug fortgeschritten ist, um diese Objekte vollständig in die Umgebung zu integrieren. Virtuelle Objekte werfen keinen Schatten und die Besucher müssen ihr Smartphone richtig ausrichten, um diese Videos besser in die reale Welt zu integrieren.

Das gilt auch für die Werke des Kunstkollektivs Keiken, die an den drei Schachtischen zu finden sind.

AR Biennale Keiken
AR Biennale Baum
Keiken AR

Abstrakte Arbeiten

AR Sehnsucht
„Sehnsucht“

Ich finde, dass die abstrakten Werke am besten funktionieren. Sarah Rothbergs „Sehnsucht“ schafft einen bizarren Avatar, der sich synchron zum Smartphone bewegt. Arme und Beine verlängern sich, während ein Gedicht abgespielt wird.

Ein weiteres lustiges Werk ist Damjanskis „Algorithmus der Höhle“. Ein schwarzer Kasten erscheint und man kann mit ihm interagieren – aber eine große Hand ist nicht glücklich darüber und wird den Kasten wiederherstellen. Obwohl die App eine ausführliche Beschreibung über die Bedeutung gibt, erinnerte sie mich an eine nutzlose Maschine, die sich selbst ausschaltet, wenn man sie anschaltet. Ein großer Spaß mit Kindern!

Andere Werke konnten mich nicht begeistern. Die Werke von Lauren Lee McCarthy zeigen Sätze über den Bänken. Wenn man ein Foto macht, ohne dass jemand sitzt, bekommen diese Sätze einen etwas düsteren Ton. Das Werk von Lola Zoido Trujillo ist ein weiteres, mit dem ich nicht viel Zeit verbringen wollte. Es sieht aus wie ein schlechtes 3D-Objekt aus einem Nintendo 64-Spiel.

Fazit

Aus technischer Sicht lässt die AR-Biennale einiges zu wünschen übrig: Die fehlende Spiegelung der realen Welt in AR-Objekten, die schlechte Qualität der Videos/3D-Objekte und eine App, die nur Screenshots macht. Aber das ist wahrscheinlich erst der Anfang: Wenn sich die Bandbreite und die Kameraqualität verbessern, werden es auch die Kunstwerke. Es sei denn, der Künstler entscheidet sich anders.

AR Biennale Standort + mehr Infos

Muddled AR grass
Bänke
Eines der Werke von Lauren Lee McCarthy
AR Köln
AR Kunst in Köln

Mia Jaap

Journalistin, Entwicklerin und Studentin der japanischen und koreanischen Sprache. Bereist gerne Japan, aber besucht auch gerne bekannte und weniger bekannte Orte in Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.