Deutsches Museum Bonn – Retro-Spiele!

Deutsches Museum Bonn ist ein Ableger des Münchner Museums. Letztes Wochenende gab es eine Sonderausstellung: Retro-Spiele!

Das war mein erster Besuch im Museum, obwohl ich schon oft in Bonn war. Das Deutsche Museum ist ganz am südlichen Ende der Bonner „Museumsmeile“. Es ist zum Teil Museum und zum Teil Science-Center, daher gibt es verschiedene Experimente zum Anfassen. Eine Küche kann für Schulklassen oder Geburtstage gebucht werden. Dort experimentieren die Kinder mit gängigen Haushaltsgegenständen.

Retro-Spiele

Retro-Games gehören normalerweise nicht zum Museum. Aber da es sich mit der Technik nach 1945 beschäftigt, passen auch alte Computerspiele. Am vergangenen Wochenende empfing es für zwei Tage das Wandermuseum „Haus der Computerspiele“. Das „Haus der Computerspiele“ ist ein Projekt von René Meyer, der eine Sammlung von 25000 Objekten besitzt – u.a. 10000 Spiele und 1000 Videospielkonsolen/Computer.

Die Veranstaltung war eine Mischung aus bekannten und weniger populären Systemen. Nintendo 64, Super Nintendo, NES, Mega Drive, PS1 und PS2 sind bekannt. Bei den meisten Spielen handelte es sich um solche, die leicht zu erlernen sind. Das ist wichtig, denn kleine Kinder kennen die Spiele nicht, und ihre Eltern haben vielleicht vergessen, wie man sie spielt.

Atari 2600jr.
Das VCS (hier das überarbeitete „jr.“-Modell) war ein Riesenerfolg
Vectrex-Controller
Das Vectrex war eine innovative Konsole mit eingebautem Bildschirm und analoger Steuerung
Retro Games collage: Nintendo 64, Robotron Computer, Taschenrechner

Exotische Systeme

Dies ist auch notwendig, um die exotischeren Systeme zu „verkaufen“. Das erste war die erste Xbox mit dem riesigen „Steel Battalion“-Controller. Dieser Controller wurde nur von zwei Spielen unterstützt. Definitiv ein Spiel, mit dem man sich länger als dreißig Minuten beschäftigen muss!

Etwas weniger einschüchternd war der V.Smile von Vtech. Vtech war einst einer von vielen Heimcomputer-Herstellern, verließ das Geschäft aber wegen der starken Konkurrenz. Stattdessen konzentrierten sie sich auf Edutainment-Konsolen wie den V.Smile.

Klassische Xbox mit Steel Battalion Controller
Einschüchternd!
vtech v.smile im Deutschen Museum Bonn
Weniger einschüchternd

Zwei Systeme fielen mir besonders auf. Das erste ist der Amstrad PCW, in Deutschland bekannt als Schneider Joyce. Dieser sollte die Schreibmaschine in Büros ersetzen. Es war aber so erfolgreich, dass britische Entwickler anfingen, Spiele zu veröffentlichen!

Beim nächsten System gefiel mir die Deko. Ich mag es, wenn sich Computermuseen etwas mehr Mühe geben und passende Gegenstände aus der Zeit um den Computer platzieren. In diesem Fall war ein Commodore 64 von Filmpostern, VHS-Kassetten, Büchern und Plattencovern umgeben.

Amstrad PCW/Schneider Joyce
Der Amstrad PCW/Schneider Joyce (1985) wurde millionenfach in europäischen Büros verkauft, bis billige PC-Klone den Markt eroberten
Sharp MZ-80A im Deutschen Museum Bonn
Sharp MZ-80A – ein schönes All-in-One Design

Deutsches Museum Bonn: Transrapid

Transrapidzug vor dem Deutschen Museum Bonn
Transrapid 06

Das beeindruckendste Dauerexponat ist draußen und kostenlos: der Transrapid 06. Die deutsche Magnetschwebebahn Transrapid wurde jahrzehntelang getestet, doch alle Pläne, die Technologie in Deutschland zu nutzen, wurden aufgegeben.

Japan baut derzeit eine Magnetschwebebahnverbindung zwischen Tokyo und Nagoya (andere Technologie), China plant eine. Dann gibt es natürlich noch den Hyperloop. Wird in Deutschland eine Hyperloop-Strecke gebaut werden? Ich bezweifle es. Der Transrapid wurde unter anderem wegen der Inkompatibilität mit bestehenden Strecken kritisiert. Das gilt auch für Hyperloop.

Zukunft

Das Deutsche Museum Bonn wird sich in Zukunft verändern, denn es soll ein Informationszentrum für KI (Künstliche Intelligenz) werden. Ein paar Exponate waren schon da, wie eine Roboterhand oder ein virtueller Hundetrainer (Lernalgorithmus). Ebenfalls vorhanden, aber leider nicht mehr aktiv, ist der Rhino-Roboter, ein freundlicher Museumsführer-Roboter. Ich habe im Computermuseum in Paderborn einen Roboterführer benutzt.

alter museumsroboter
Roboterbeine

Deutsches Museum Bonn: Ort + weitere Infos

Veranstaltungswebsite
https://www.deutsches-museum.de/bonn/programm/veranstaltung/retro-spiele-festival

Ort
Ahrstraße 45
53175 Bonn

Straßenbahnlinien 16 oder 63 ab Bonn Hbf bis Hochkreuz/Deutsches Museum Bonn

Öffnungszeiten
Dienstag-Freitag 10-17 Uhr
Samstag 12-17 Uhr
Samstag/Feiertage 10-17 Uhr

Sony Hit Bit Computer
Sony’s Hit Bit Computer sind beliebt bei Fans des MSX-Systems
Amstrad CPC mit grünem Bildschirm
Amstrad und seine Partner verkauften den CPC mit Grün- oder Farbbildschirm

Mia Jaap

Journalistin, Entwicklerin und Studentin der japanischen und koreanischen Sprache. Bereist gerne Japan, aber besucht auch gerne bekannte und weniger bekannte Orte in Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.